Dienstleistungen

Resistenzmonitoring 2.0

Echtes Monitoring statt Erfassung von Problemfällen

Alles Wichtige auf einen Blick

Wir haben wir in diesem Jahr ein Unkraut-Monitoring auf 1121 repräsentativen Feldern in ganz Deutschland durchgeführt.

Ziel

  • Erfassung des Ausmaßes der Resistenz bei Problemgräsern
  • Identifizierung von Schwerpunktregionen
  • Aufdeckung bisher nicht beachteter Resistenzprobleme

Umfang der Arbeiten

Wir haben:

  • 11.598 ha in 13 Bundesländern begutachtet
  • 2.583 Befallsschätzungen von 49 verschiedenen Unkräutern in Getreide-, Rüben- und Maisfruchtfolgen zur Ernte vorgenommen
  • 1.940 Samen- bzw. Blattproben von 41 verschiedenen Unkräutern gesammelt

Derzeit in Arbeit

  • Ermittlung des Resistenzstatus des gesammelten Materials durch Biotests im Gewächshaus
  • Erhebung wichtiger Bewirtschaftungs- und Standortparameter zur besseren Interpretation der Daten

Was wir anbieten

Wir liefern Daten, Zusammenfassungen, Unterstützung und Know-how bei:

  • strategischen Entscheidungen und der Identifizierung von Forschungsschwerpunkten für zukünftige Produktentwicklungen
  • der Erfassung von Risikogebieten und -fruchtfolgen
  • der Bewertung des Erfolgs vorbeugender Maßnahmen (IWM)
  • der frühzeitigen Identifizierung neuer Resistenzprobleme
  • der Untersuchung der Ursachen schlechter Wirkung ohne Resistenz (Witterung, Aufwandmengen, )
  • der Resistenzanalyse einzelner Felder oder von Parzellen in Feldversuchen
  • der Unterstützung von Baseline-Studien für neue Produkte und die Erstellung von Sensitivitätsprofilen
  • oder kurz: allen Projekten, bei denen Expertenwissen über Herbizidresistenzen gefragt ist

Noch nicht überzeugt? Dann lesen Sie bitte weiter für weitere Details!

Hintergrund: Das Problem der unzureichenden Datenlage

Genaue Untersuchungen über die Verbreitung von Unkraut-Resistenzen in Deutschland gibt es bisher nicht. Das Wissen über Ursachen und Verbreitung des Problems basiert bisher weitgehend auf Verdachtsfällen, bei denen eine Minderwirkung im Feld nachgewiesen wurde. Dazu kommen wenige Feldversuche, die gängige Überlegungen zur Resistenz experimentell überprüfen. Diese Herangehensweise halten wir jedoch für eine so komplexe Fragestellung wie die Verbreitung resistenter Unkräuter für unzureichend. Auch aufgrund dieser unzureichenden Datenlage schwanken die Meinungen über das Ausmaß der Resistenzausbreitung oft zwischen einer Art übertriebenem Alarmismus und einem Kleinreden des Problems.

Forschungsarbeiten haben zwar gezeigt, dass die Resistenzsituation je Feld sehr individuell und zwischen benachbarten Feldern sehr unterschiedlich sein kann, jedoch ließen sich verschiedene eindeutige Risikogruppen aus der Bewirtschaftungsweise und den Standorteigenschaften ableiten. Unser Ansatz ist es daher, aus dem Monitoring der 1.000 Felder zu lernen. Erst dadurch lassen sich die resistenzbildenden Faktoren in ihrer ganzen Breite erfassen und gezielte Aussagen zur derzeitigen Ausbreitung und zur Resistenzentwicklung treffen.

Der Mehrwert gegenüber der bisherigen Herangehensweise

Repräsentative Auswahl der Felder

Schätzungsweise 90% der Felder finden in der bisherigen Betrachtung der Resistenzproblematik keine Beachtung, da sie entweder durch die gute Herbizidwirkung keinen nennenswerten Befall aufweisen oder ein Problem nicht als solches erkannt wird und andere Ursachen zur Erklärung einer beobachteten Minderwirkung angeführt werden. In der Praxis kann man grundsätzlich 4 Szenarien nach der Applikation beobachten.

  • Szenario 1: Gute Wirkung der Applikation im Feld, der Landwirt ist mit der Wirkung der Herbizide zufrieden (der überwiegende Teil der Flächen)
    • Szenario 1a: Keine bzw. wenige nicht resistente Unkräuter/Ungräser verbleiben nach Applikation
    • Szenario 1b: Einzelne bzw. wenige resistente Unkräuter/Ungräser verbleiben nach Applikation auf dem Feld, werden aber als solche nicht wahrgenommen
  • Szenario 2: Schlechte Wirkung der Applikation im Feld, der Landwirt ist mit der Wirkung der Herbizide nicht zufrieden (bisher der untergeordnete Teil der Flächen)
    • Szenario 2a: unerwartet viele nicht resistente Unkräuter/Ungräser verbleiben nach Applikation. Witterung, Terminierung oder eine unzureichende Aufwandmenge sind mögliche Ursachen.
    • Szenario 2b: unerwartet viele resistente Unkräuter/Ungräser verbleiben nach Applikation. 

 

Das bisherige Wissen über Resistenzen basiert derzeit fast ausschließlich auf den zwei Teilaspekten des zweiten Szenarios (2a+2b). Bei der Auswahl unserer Flächen wurden jedoch alle 4 Szenarien berücksichtigt, woraus sich eine deutlich verbesserte Datenbasis für die Resistenzbetrachtung ergibt. Die Erhebungen im Rahmen unseres Monitorings legen damit zudem den Grundstein für zukunftsgerichtete Abschätzungen des Problems.

  • 2b: schlechte Wirkung im Feld - resistent
  • 2a: schlechte Wirkung im Feld - nicht resistent
  • 1b: gute Wirkung im Feld - resistent
  • 1a: gute Wirkung im Feld - nicht resistent

Von der Gegenwart auf die Zukunft schließen

Bei der Festlegung der Flächen für das Monitoring wurden alle möglichen Szenarien (siehe oben) die im Feld anzutreffen sind berücksichtigt. Damit haben wir den Grundstein für eine belastbare Analyse der Resistenzsituation bei verschiedenen Unkräutern in Deutschland gelegt. Diese Flächen wurden von uns nach einheitlichen Kriterien beprobt. Das gesammelte Samenmaterial wird nun schrittweise im Gewächshaus unseres Partners, der PlantaLyt GmbH, auf Resistenzen untersucht. Parallel dazu werden in den kommenden Monaten wichtige Informationen zur Bewirtschaftung und dem Standort erhoben. Dadurch erhalten wir eine belastbare Datenbasis, die den Grundstein für die Risikobewertung bei Problemunkräutern in den verschiedenen Regionen Deutschlands liefert. Erst diese vollständige Betrachtung ermöglicht eine tatsächliche Aussage über das Problem und lässt Prognosen für die weitere Entwicklung der Resistenzproblematik zu. 

 

​Fazit: Durch eine gezielte Einbeziehung von Flächen, auf denen aus Sicht des Landwirts heute noch eine gute Unkrautkontrolle besteht, liefern wir:

  1. einen Beitrag zur Aufdeckung von Resistenzen, möglichst schon im Vorfeld entsprechender Entwicklungen und
  2. ein besseres Verständnis über das Ausmaß der Resistenzproblematik bei bereits bekannten Problemen.

Ziele des Monitorings

  • Die erste echte Erfassung der Resistenzsituation in Deutschland

    Das echte Ausmaß der Resistenzproblematik bei verschiedenen Unkräutern wird durch eine zufällige und repräsentative Beprobung bestimmt und Resistenzregionen werden festgestellt. Bisher unbekannte Resistenzprobleme werden identifiziert.

  • Identifizierung weiterer Resistenzprobleme

    Durch die zufällige Auswahl der Felder beproben wir auch dort, wo Landwirte heute noch eine gute Unkrautkontrolle beobachten. Trotzdem lässt sich hier in vielen Fällen ein nesterweises Auftreten von Unkräutern beobachten, auch bei solchen, die heute beim Thema Resistenz häufig noch eine untergeordnete Rolle spielen. Durch die Analyse dieser Proben im Gewächshaus können wir frühzeitig feststellen, in welchen Gebieten und bei welchen Unkräutern sich Probleme aufbauen, damit diese rechtzeitig angegangen werden können. Außerdem werden Probleme mit dem zeitgleichen Vorkommen mehrerer (resistenter) Arten auf einem Feld erkennbar.

  • Bewertung des Resistenzmanagements

    Durch die Erfassung der Bewirtschaftungsmaßnahmen erhalten wir ein differenziertes Bild über die Maßnahmen, die zur Resistenzbildung geführt haben. Zudem lässt sich ableiten, inwieweit Resistenzvermeidungsstrategien in der Praxis tatsächlich umgesetzt werden und mit welchem Effekt. Eine Unterscheidung zwischen bekannten Problemgebieten und anderen Regionen kann dabei ebenso vorgenommen werden wie eine Beurteilung der Resistenzvermeidungsstrategien als solches.

  • Erfassung anderer Ursachen von Minderwirkungen

    Resistenzen sind nur eine Ursache für Minderwirkungen von Herbiziden im Feld. Durch die Erfassung der Befallssituation zur Ernte und die Gegenüberstellung dieser mit der Resistenzsituation erfahren wir, in welchen Gebieten eine suboptimale Anwendung erfolgt ist und können aus den Daten zur Bewirtschaftung und Witterung Gründe dafür ableiten.

  • Bereitstellung von Probenmaterial für weiterführende Studien (Sensitivitätsprofile, Dosierungsreihen und mehr)

    Neben inhaltlichen Auswertungen liefern wir auch Probenmaterial für unabhängige Fragestellungen, die auf sensitiven oder resistenten Biotypen basieren. Durch die Charakterisierung des Resistenzprofils unserer Proben sind wir in der Lage Detailfragen oder theoretische Überlegungen durch Versuche rund um das Thema Unkrautresistenzen mit geeignetem Probenmaterial zu bearbeiten.

Umfang des Monitorings

Von Rügen bis zum Bodensee, von Bautzen bis Bocholt – Insgesamt liegen uns Ergebnisse von 1.121 Feldern aus 13 Bundesländern vor. Dabei wurden 2.583 Unkrautbeobachtungen notiert und 1.940 Samen- oder Blattproben gesammelt. Die begutachteten Felder stammen dabei aus Getreide-, Rüben und Maisfruchtfolgen. 

Anzahl der vorhandenen Proben

  • 500 Proben und mehr

    • Ackerfuchsschwanz (Alopecurus myosuroides)
  • 100 Proben und mehr

    • Windhalm (Apera spp.)
    • Trespen-Arten (Bromus spp.)
  • 50 Proben und mehr

    • Flughafer (Avena fatua)
    • Weidelgras-Arten (Lolium spp.)
    • Gänsefuß-Arten (Chenopodium spp.)
    • Borstenhirsen (Setaria spp.)
    • Hühnerhirse (Echinochloa crus-galli)
  • 20 Proben und mehr

    • Hundskerbel (Anthriscus caucalis)
    • Kornblume (Centaurea cyanus)
    • Kamille-Arten (Matricaria spp.)
  • Bis zu 20 Proben

    • Knöterich-Arten (Polygonum spp.)
    • Fingerhirse (Digitaria spp.)
    • schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum)
    • 25 weitere Arten

Welche Vorteile bietet unser Monitoring?

Für Pflanzenschutzmittelhersteller

Hinweis: Mehr Details zu jedem Unterpunkt gibt es per Klick auf „+“

Unser Monitoring bietet einen Überblick zur aktuellen Verbreitung von Resistenzen der wichtigsten Unkräuter und Ungräser in Deutschland. Da es sich bei Resistenzen um ein “schleichendes Problem” handelt, erlaubt der proaktive und repräsentative Charakter ein frühzeitiges Erkennen von Problemen, die heute noch nicht akut sind. Mit den Daten lassen sich dadurch zukünftige Problemlösungen besser planen und Marktpotentiale abschätzen.

Unsere Proben werden mit einer von uns festgelegten Herbizidauswahl auf mögliche Resistenzen getestet. Darüber hinaus besteht für Interessenten die Möglichkeit ausgewählte Proben mit einer selbst definierten Auswahl an Herbiziden testen zu lassen.

Unser Monitoring gibt Aufschluss über das Auftreten mehrerer resistenter Arten auf einem Schlag mit möglicherweise unterschiedlichen Resistenzmechanismen, da in Vergesellschaftung auftretende Unkräuter gemeinsam beprobt werden. Dies kann in die Entwicklung von komplexen und anspruchsvollen Vorbeugemaßnahmen einfließen.

Durch die Erfassung des Unkrautbefalls zur Ernte liefert unser Monitoring zusätzlich zur Resistenzsituation Informationen über Felder mit unzureichender Unkrautkontrolle. Diese unzureichende Kontrolle kann dabei mehrere Ursachen haben – neben Resistenzen also auch z. B. ungünstige Witterungsbedingungen.

 

Damit beantworten wir Fragen wie beispielsweise: Wie erfolgreich sind die Bekämpfungsmaßnahmen gemessen am Befallsdruck überlebender Pflanzen vor der Ernte? Gibt es eine Zunahme unzureichender Bekämpfungsmaßnahmen sei es durch Resistenz oder sonstige Ursachen? Gibt es regionale Unterschiede, vielleicht durch ungünstige Witterungsbedingungen oder durch höheres Resistenzvorkommen?

Wir identifizieren Regionen mit drohendem Resistenzausbruch, damit dort gezielt vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden können und die Kommunikation von integrierten pflanzenbaulichen Maßnahmen, inkl. Wirkstoffwechsel und Tankmischungen, verstärkt werden kann.

 

Das Projekt erlaubt zudem eine Erfolgskontrolle, ob vorbeugende Maßnahmen erfolgreich sind. Konnte das Auftreten neuer Fälle reduziert oder sogar ganz verhindert werden? Oder müssen die Maßnahmen verstärkt werden oder andere Maßnahmen ergriffen werden? Welche Einstellung gegenüber Resistenzvermeidungsstrategien haben Landwirte in Gebieten die heute noch nicht als Problemgebiet gelten?

Für Beratung und Handel

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Aufbereitung der gefundenen Resistenzprobleme bei verschiedenen Unkräutern für vorgegebene Regionen und Ableitung von Handlungsmöglichkeiten.

Erstellung eines detailierten Resistenzprofils nach Kundenwunsch für ausgewählte Flächen. Dabei werden mögliche Handlungsalternativen berücksichtigt und aufgezeigt. Zusätzlich bieten wir vergleichende Gegenüberstellungen mit bereits bekannten Proben um das Ausmaß des Problems abschätzen zu können.

Fragen und Antworten zu unserem Monitoring

Hinweis: Mehr Details zu jedem Unterpunkt gibt es per Klick auf „+“

Schwerpunktunkräuter nach Fruchtfolgen geordnet:

Getreide: Windhalm und Ackerfuchsschwanz sowie andere Ungräser (bspw. Trespen und Weidelgräser), zudem dikotyle Arten bei gleichzeitiger Samenreife.

Rübe: GräserGänsefuß, Kamille sowie weitere dikotyle Arten bei gleichzeitiger Samenreife.

Mais: Hirsen (Digitaria spp., Setaria spp., Echinochloa spp.) und weitere Gräser;  Gänsefuß, Knöteriche und weitere dikotyle Arten bei gleichzeitiger Samenreife.

  1. Der Vorerntebefall: Einschätzung des Befalls vor der Ernte (Beprobungstermin). Diese Schätzung vermittelt ein besseres Bild zur Verbreitung der verbleibenden Unkräuter nach einer Herbizid-Behandlung.
  2. Die Wirksamkeit der Herbizide: Wir führen mit den gesammelten Samenproben Gewächshaus-Tests durch, um die verbleibende Wirksamkeit zu erfassen. Auf Wunsch können auch molekular-genetische Untersuchungen im Labor durchgeführt werden.
  3. Die Ackerschlagkartei: Die Bewirtschaftungsmaßnahmen sind ein wichtiger Teil der Analyse, da sie Rückschlüsse über das Entstehen des Problems liefern.
  4. Die Standorteigenschaften: Der Standort liefert uns in Kombination mit der Ackerschlagkartei wichtige Hinweise bei der Bewertung der gefundenen Resistenzsituation.

Wirkstoffgruppe A (ACCase): Gräser

Wirkstoffgruppe B (ALS): Gräser und dikotyle Unkräuter

Wirkstoffgruppe K3 (Flufenacet): Gräser aus Getreideflächen

Weitere Wirkstoffgruppen auf Anfrage

Bei der Auswahl der Präparate orientieren wir uns im Standard-Test am für die jeweilige Wirkstoffgruppe am Häufigsten eingesetzten Herbizid. Eine kundenspezifische Erweiterung wird aber in jedem Fall berücksichtigt.

Es wurden über 1000 Felder in 13 Bundesländern vor der Ernte durch das Team von Agris42 und PlantaLyt begutachtet. Felder und Landwirte wurden dabei von uns ausgewählt. Kriterien für die Auswahl der Regionen waren dabei Erkenntnisse zur derzeitigen Verbreitung von resistentem Ackerfuchsschwanz und Windhalm sowie den Bewirtschaftungsschwerpunkten in den Regionen. Desweiteren wurde eine gleichmäßige geographische Verbreitung der Proben angestrebt. Zusätzlich Bestand die Möglichkeit durch Berater oder Landwirte zusätzliche Regionen für das Monitoring zu nennen.

Februar-Mai

Auswahl der Felder durch Mitarbeiter von Agris42 und PlantaLyt.

Juni-August

Feldarbeit: Befallsschätzung und Sammeln von Unkrautsamen durch Mitarbeiter von Agris42 oder Plantalyt. Auch das Einsenden von zusätzlichen Proben ist möglich (siehe dazu unten).

September-Dezember

Resistenz-Untersuchungen: 

Analyse der gesammelten Proben im Gewächshaus mit ausgewählten Herbiziden.

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