Häufig gestellte Fragen

Was ist Herbizidresistenz?

Als Herbizidresistenz bezeichnet man die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen gegenüber den eingesetzten Herbiziden. Diese Fähigkeit ist natürlich erworben und nicht durch den Einsatz der Herbizide hervorgerufen, jedoch wird das Merkmal durch den häufigen Einsatz der gleichen Herbizide nach und nach heraus selektiert.

Wie groß ist das Problem der Herbizid-Resistenten Unkräuter?

Die aktuelle Situation weltweit

In der Datenbank des Projekts International Survey of Herbicide Resistant Weeds waren bis Mitte 2014 432 unterschiedliche Resistenz-Typen erfasst. Von diesen 432 Typen finden sich 145 

in den Vereinigten Staaten. Zu den stärker betroffenen Staaten zählen ferner Australien und Kanada. Insgesamt sind 65 Staaten mit Problemen erfasst. Auch in Deutschland tritt dieses Phänomen auf. Betroffen sind 22 von insgesamt etwa 28 bekannten Wirkstoffen/Wirkungsmechanismen, die die Basis von über 150 verschiedenen zugelassenen Herbiziden sind. Sie treten auf den Feldern von 82 Nutzpflanzenarten auf. 

Quelle: Wikipedia

Die Situation in Deutschland

Daten aus unserem Monitoring, welches wir seit 2019 deutschlandweit durchführen haben wir in einem Blog-Beitrag zusammengegasst. Am weitesten verbreitet sind in Deutschland Resistenzen bei Ackerfuchsschwanz und Windhalm Gegenüber ACCase-Inhibitoren (Wirkstoffgrupe 1 oder A) und ALS-Inhibitoren (Wirkstoffgruppe (2 oder B).

Hier geht es zum Beitrag!

Wie kann eine Herbizidresistenz erkannt werden?

Agris42 bietet einen Resistenztest für Landwirte an, mit dem der aktuelle Stand der Herbizidresistenz festgestellt werden kann. Klicken Sie hier für mehr Informationen!

LINK zum Handout Resistenzen im Feld erkennen.

Was kann gegen eine Herbizidresistenz unternommen werden?

Wenn einmal eine Herbizidresistenz entwickelt wurde, hat der Landwirt keine Möglichkeit mehr, die bis jetzt verwendete Herbizide einzusetzen. Sie zeigen keinen Erfolg mehr und es gibt keine Möglichkeit, dass die Pflanzen kurzfristig ihre Herbizidresistenz zurückentwickeln.

Wir haben einige Praxisbeobachtungen dazu in einem separten Blog-Beitrag zusammengefasst: Herbizidresistenz – einmal resistent immer resistent?

Die einzige Möglichkeit ist es, mit einem Resistenztest die aktuelle Situation zu erfassen und präventive Maßnahmen zu ergreifen, um einer Herbizidresistenz vorzubeugen. Der Test zeigt Ihnen, welche Wirkstoffe bei Ihnen schon Ihre Wirksamkeit verloren haben und mit welchen Wirkstoffen Sie in Zukunft noch arbeiten können.

Warum kann eine Herbizidresistenz gefährlich sein?

Wenn sich erst einmal eine Herbizidresistenz entwickelt hat, gibt es keinen Weg mehr zurück. Dem Landwirt wird die Möglichkeit genommen, die Herbizide zur Bekämpfung der Unkräuter einzusetzen, die oft am wirkungsvollsten sind. In vielen Fällen gibt es keine Alternativen zu den Herbiziden und alle anderen Maßnahmen bringen finanzielle Nachteile für den landwirtschaftlichen Betrieb mit sich.

Dazu kommen natürlich die bekannten Nachteile durch hohen Unkrautbesatz wie Ertragsverluste, Qualitätsminderungen, Ernteerschwernisse und die damit verbundenen finanziellen Einbußen und gesteigerten Kosten.

Auf welche Herbizide wird im Resistenztest getestet?

Je nach Unkraut und gewähltem Testsystem haben Sie die Möglichkeit aus verschiedenen blattaktiven Mitteln zu wählen.

Ackerfuchsschwanz & Weidelgras

Atlantis Flex, Axial 50, Agil-S, Select 240, Broadway

Windhalm

Husar OD, Axial 50, Broadway, Agil-S, Select 240

Trespen

Attribut, Atlantis Flex, Avoxa, Select 240, Maister Power

Was bedeuten die Testergebnisse für Herbizide die nicht getestet wurden?

Mit der Auswahl der Herbizide haben wir die gängigsten Wirkstoffgruppen abgedeckt. Dies erlaubt es uns auch Aussagen für Herbizide zu treffen die in der gleichen Wirkstoffgruppe sind. So sind bspw. die Ergebnisse für Agil-S und Targa Super (beides FOPs für u.a. Raps) vergleichbar.

Warum werden keine Bodenherbizide getestet?

Die Testung von Bodenherbiziden ist aufwendiger als für die klassischen Nachauflaufherbizide. Da wir auch eine Fertigstellung der Tests bis zur Aussaat nicht garantieren können, haben wie bisher keine Bodenherbizide im Testangebot. Für die Saison 2021 arbeiten wir jedoch an einem modifizierten Testsystem um einen Test auf Flufenacet-Resistenz anbieten zu können.

Gibt es Rabatte beim Einsenden mehrer Proben?

Ja, ab 10 eingesendeten Proben bieten wir 10% Rabatt, ab 20 Proben können wir 15% Rabatt gewähren.

Kann ich eine eigene Auswahl an Herbiziden und Aufwandmengen testen lassen?

Ja, ab 30 Proben bieten wir auch individuelle Tests an. Wir erstellen Ihnen gerne ein individuelles Angebot. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung!

Wann und Wie muss ich die Unkrautprobe sammeln?

Ackerfuchsschwanz:

Der ideale Zeitpunkt ist gegeben, wenn die ersten Samen ausfallen. Dies ist gewöhnlich 1-2 Wochen vor dem Termin der regionalen Gerstenernte. Dann können die Samen leicht von der Ähre abgestreift und verpackt werden.

Weidelgras:

Weidelgras fällt für gewöhnlich nicht oder nur sehr spät aus. Die Samen sind aber zu ähnlichem Zeitpunkten wie beim Ackerfuchsschwanz reif, also 1-2 Wochen vor der Gerstenernte. Sie können aber auch noch bis kurz vor der Weizenernte gesammelt werden. Hier empfiehlt es sich die brüchige Ähre im ganzen einzupacken wenn sich die Samen nicht abstreifen lassen.

Windhalm:

Windhalm ist später reif als Ackerfuchsschwanz. Hier sollte man bis etwa 1-2 Wochen vor der Weizenernte warten, damit die Samen gut ausgereift sind. Dann einfach in großen Büscheln von der Pflanze absteifen und verpacken.

Trespe:
Bei der Trespe ist die Samenreife je nach Trespenart unterschiedlich. Auch hier hat sich ein Termin von 1-2 Wochen vor Ernte als gut erwiesen. Dann ebenfalls die Samen, so gut es geht, von der Pflanze abstreifen.

 

Weiter Informationen finden Sie auch hier: Anleitung Resistenzuntersuchung

Können nur Ungräser getestet werden oder gibt es auch Angebote für Unkräuter z.B. Kamille, Klatschmohn, Kornblume und Hundskerbel?

Generell können wir alle Unkräuter testen für die reife Samen vorliegen. Diese werden nach dem gleichen Prinzip ausgesät wie die Ungräser und anschließend getestet. Für individuelle Wünsche zu Herbiziden- und aufwandmengen sprechen Sie uns an.

 

 

Weitere Ungräser und Unkräuter die getestet werden können sind:

  • Hirse-Arten: Hühnerhirse (Echinochloa), Borstenhirse (Setaria) Fadenhirse (Digitaria)
  • Gänsefuß und Melde
  • Knöterich-Arten
  • Kamille-Arten
  • Klatschmohn
  • Kornblume
  • Hundskerbel
  • weitere auf Anfrage

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