Auf dieser Seite gehen wir auf die am häufigsten gestellten Fragen rund um das Thema Herbizidresistenzen, Resistenztests und Resistenzvermeidung ein.

Resistenztests

Bestellen Sie auf unserer Webseite Resistenzkits mit einer Anleitung zum Sammeln der Probe, Verpackungsmaterial und dem Bestellzettel zum Ankreuzen der gewünschten Analyse. Anschließend sammeln Sie eine Kaffeetasse voll reifer Samen und senden uns diese zu. Die Probennahme ist gewöhnlich ab Anfang Juli möglich. Das Resistenzkits können sie hier bestellen.

Ein Video zur Probennahme finden Sie hier:

Wir benötigen eine Probe reifer Ungras- bzw. Unkrautsamen. Be Gräsern, wie dem Ackerfuchsschwanz ist das meistens erreicht wenn die ersten Samen an der Spitze der Ähre ausfallen. Dann die restlichen Samen von mehreren Pflanzen abstreifen bis man etwa eine Kaffeetasse voll zusammen hat und das ganze zu uns schicken.

Davon raten wir ab, da unsere Ergebnisse zeigen, dass die Resistenzsituation auch auf Feldern die in der Vergangenheit ähnlich bewirtschaftet wurden unterschiedlich sein kann. Daher sollte man entweder von jedem dieser Felder eine separate Probe sammeln oder sich auf weniger Felder konzentrieren. Dies erleichtert die Interpretation des Ergebnisses.

Ähnlich wie bei der Bodenprobenahme liefert nur eine repräsentativ gesammelte Probe von mehreren Stellen im Feld ein aussagekräftiges Ergebnis. Sollten mehrere Nester sichtbar sein, sollte eine Mischprobe dieser Nester gesammelt werden. Falls man Teilflächenspezifisch behandeln will oder verschiedene Herbizide in verschiedenen Teilflächen gespritzt hat, sollte man schauen, dass diese Teilflächen bei der Probennahme nicht gemischt werden.

Nein. Theoretisch wäre eine Nullparzelle sinnvoll, da die dort gefundenen Pflanzen nicht mit einem Herbizid vorselektiert wurden. Da Resistenzen anfänglich jedoch Nesterweise auftreten ist die Wahrscheinlichkeit groß die Nullparzelle an der falschen Stelle anzulegen. Dazu kommt, dass man für eine repräsentative Probe des Feldes mehrere Nullparzellen an verschiedenen Stellen anlegen müsste um eventuelle Unterschiede im Feld zu berücksichtigen.

Das kann man nicht pauschal beantworten. Wichtig ist, dass Sie sich möglichst frühzeitig ein Bild über die Resistenzsituation auf Ihrem Betrieb machen, denn ein einmal etabliertes Resistenzproblem werden Sie nicht mehr los (siehe „Wissenswertes über Resistenzen“). Wenn nach Applikation Nester übrig bleiben kann dies ein erstes Zeichen sein, dass sich im Feld resistente Pflanzen vermehren.

Das kann man nicht pauschal beantworten. Wir beobachten jedoch, dass Resistenzen für mehr als 50% der Fälle bei schlechter Wirkung im Feld verantwortlich sind. Wir haben in einem Blog-Beitrag einmal ein paar Anhaltspunkte die für oder gegen Resistenzen sprechen zusammengefasst. Hier geht es zu dem Beitrag.

Wissenswertes über Resistenzen

Herbizid-Resistenz ist die natürlich erworbene Eigenschaft einer Pflanze eine Herbiziddosis zu überleben, die andernfalls letal wäre. Das heißt für den Einsatz im Feld oft, dass die eingesetzten Aufwandmengen keine Wirkung mehr zeigen.

Herbizidresistenz ist natürlich erworben und nicht durch den Einsatz der Herbizide hervorgerufen. Das Merkmal wird jedoch durch den häufigen Einsatz der gleichen Herbizide nach und nach heraus selektiert. Man geht davon aus, dass zwischen 1:100.000 und 1:10 Mio Pflanzen dieses Merkmal tragen, wenn kein Herbizideinsatz erfolgte. Bei einer Besatzdichte von 1000 Pflanzen/qm sind somit pro Hektar zwischen 1 bis 100 Pflanzen vor dem ersten Einsatz des Herbizids resistent. Mit zunehmenden Herbizideinsatz und ohne die Berücksichtigung ackerbaulicher Faktoren verschiebt sich das Verhältnis weiter zugunsten der Resistenten Pflanzen.

Zuerst sollte man eine Resistenzuntersuchung durchführen um feststellen zu lassen, welche Herbizide noch wirken, denn „DIE“ Resistenz gibt es nicht. Der Test liefert ihnen einen Überblick darüber, welche Herbizide (in welchen Kulturen) sie noch einsetzen können und somit können sie Fruchtfolgeanpassungen und ackerbauliche Maßnahmen gezielt planen.

Das lässt sich nicht pauschal beantworten, aber innerhalb von 10-20 Jahren ist kaum von einer Wiederherstellung der Herbizidwirkung auszugehen. Die Forschung geht eher von mehr als 50 bzw. 100 Jahre aus. Daher ist es umso wichtiger frühzeitig zu reagieren und sich ein Bild über die Resistenzsituation zu verschaffen.

Eine ausführliche Analyse basierend auf unseren letzten Testergebnissen finden Sie in diesem Blogartikel: https://agris42.de/resistenzsituation_deutschland/

Herbizidresistenz wird seit den 60er-Jahren wissenschaftlich erforscht. Trotzdem gab es bis vor kurzem keine preiswerte, präventive Testmöglichkeit, sodass aktuell in Deutschland Resistenzen bei 82 Nutzpflanzenarten gegenüber 22 von 28 Wirkungsmechanismen auftreten. Davon sind aber nur einige Ungräser und Unkräuter von agronomischer Bedeutung. Dazu zählen in Deutschland besonders Ackerfuchsschwanz und Windhalm, aber zunehmend auch Weidelgras und Trespen.

Die Resistenzsituation bei Ackerfuchsschwanz

Die Resistenzsituation bei Weidelgras, Windhalm und Trespe